Pressemeldungen

Bürgerempfehlung beim "Bürgerdialog Zukunft Bäder" steht fest


Die Mitglieder der Konsensuskonferenz hatten eine schwere Aufgabe. Sie haben sehr gewissenhaft drei Standortvarianten für die Zukunft der Metzinger Bäder diskutiert sowie Vor- und Nachteile abgewogen:

Standortvariante 1 – „Beide Bäder bleiben, wo sie sind“
Standortvariante 2 – „Neubau eines Kombibades am Standort Bongertwasen“
Standortvariante 3 – „Hallenbad bleibt wo es ist, Freibad kommt am Bongertwasen“. 

Die Mitglieder der Konsensuskonferenz haben es geschafft. Sie haben eine Bürgerempfehlung formuliert, die sehr klar ist:

Standortvariante 2 – „Neubau eines Kombibades am Standort Bongertwasen“ – ist die einzige Variante, die alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mittragen können. Einige Mitglieder haben ihr Votum an Bedingungen geknüpft. Keiner hat gegen diese Variante gestimmt.

Ganz anders bei Standortvariante 3 – „Hallenbad bleibt wo es ist, Freibad kommt am Bongertwasen“. Diese Variante wurde von allen Teilnehmenden abgelehnt.

Auch zu Standortvariante 1 – „Beide Bäder bleiben, wo sie sind“ – haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konsensuskonferenz eine klare Meinung: Nur drei Mitglieder haben sich für diese Standortvariante ausgesprochen, davon ein Teilnehmer unter dem Vorbehalt, dass dann das Freibad vergrößert werden müsse. Zwei dieser drei Teilnehmer konnten sich unter bestimmten Bedingungen auch den Neubau eines Kombibades am Bongertwasen vorstellen.  

In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend wurde die Bürgerempfehlung offiziell dem Gemeinderat übergeben. Vorgestellt wurde sie von Janina Kühner, Judith Sautter und Jürgen Fiedler - Mitglieder der beiden Konsensuskonferenzen - sowie von Ute Kinn vom Büro GRiPS. Sie war neben Anni Schlumberger von der Human IT Service GmbH eine der beiden Moderatorinnen des Bürgerdialoges und hat die Konsensuskonferenz geleitet.   
 
Beindruckt von Teilnehmern
 
„Wir sind tief beeindruckt, wie die Konsensuskonferenz ablief, sagen unisono OB Fiedler und Finanzbürgermeisterin Carmen Haberstroh, in deren Dezernat die Bäder angesiedelt sind und in deren Verantwortung die Ausgestaltung des „Bürgerdialoges Zukunft Bäder“ lag. „Schon nach der Halbzeit – dem Ende der Online-Beteiligung – hatte ich gesagt, dass wir ungemein vom Engagement und Wissen der hier lebenden Menschen profitieren und sie der größte Reichtum Metzingens sind. In der Konsensuskonferenz durften wir das noch einmal in Reinkultur erleben.“, ergänzt Fiedler. Auch Carmen Haberstroh ist sehr angetan. Sie war begeistert, wie intensiv sich alle Akteure vorbereitet, sehr gewissenhaft eingearbeitet sowie äußerst engagiert eingebracht hätten – sowohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konsensuskonferenz als auch die so genannten Schlüsselakteure (Schulen, Jugendgemeinderat, Schwimmvereine, Architekt Dolmetsch, Zukunftsteam/AktivPark). Die Schlüsselakteure waren als Experten gefragt und konnten auch ein Statement in eigener Sache abgeben.
 
„Die vielen differenzierten und konstruktiven Beiträge haben die Perspektiven des Gemeinderates und der Verwaltung ein weiteres Mal erweitert und bereichert.“, sagt sie. Und ergänzt: Egal wie gut eine Verwaltung auch sei, dieses Wissen und diese Breite hätte keine Verwaltung „alleine“ abbilden können. Für sie sei es eine zusätzliche Steigerung und Kontrolle der Qualität in der Entscheidungsvorbereitung. Sie sei jetzt sehr froh, diese neue Form der Bürgerbeteiligung gewählt zu haben. „Für diesen Prozess gab es keine Blaupause.“, stellte die Finanzbürgermeisterin heraus. Die Verknüpfung von verschiedenen Elementen der Bürgerbeteiligung (Online-Beteiligung, Beteiligung vor Ort, Konsensuskonferenz) sei andernorts zuvor noch nirgends ausprobiert worden.
 
„Ich bin dem Gemeinderat sehr dankbar, dass er diesen Prozess mitentwickelt und aktiv unterstützt hat.“ Gemeinsam mit den beiden beteiligten Moderatorinnen Ute Kinn und Anni Schlumberger habe man ein „Metzinger Modell des Bürgerdialoges“ entwickelt. „Dieses Modell könnte auch für andere Kommunen interessant sein.“, sagen die beiden Moderatorinnen unisono. Sie seien ebenfalls sehr angetan, wie gut und sachlich die Diskussion verlaufen sei.
 
Entscheidung des Gemeinderates am 17. Mai
 
Nun ist es am Gemeinderat, eine konsens- und zukunftsfähige Entscheidung zu treffen. Das will er am 17. Mai 2018 in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung tun. Damit möglichst viele Bürgerinnen und Bürger diese wichtige Entscheidung live mitverfolgen können, findet die Sitzung in der Stadthalle statt.
 
Für seine Entscheidung hat der Gemeinderat bereits zu Beginn des Bürgerdialoges Kriterien festgelegt:
  • Bedarf der Schulen
  • Bedarf der Schwimmsportvereine
  • Bedarf der Freizeitschwimmer aller Bevölkerungsgruppen (Jung bis Alt, Menschen mit Handicap)
  • Bäder als wichtiger Standortfaktor für die Attraktivität Metzingens für Einwohner, Unternehmen und Gäste
  • Bedarf an Flächen (Gewerbeflächen, Wohnbauflächen, Parkplatzflächen und sonstigen Flächen)
  • Ökologische Gesichtspunkte
  • Dauerhafte Finanzierbarkeit
  • Eintrittspreise
  • neue Gesichtspunkte oder Vorschläge, die relevant sind, aber bisher nicht geäußert wurden oder bekannt sind und/oder im Rahmen des Bürgerdialogs offensichtlich werden.
„Der Beschluss über die Zukunft unserer Bäder ist eine extrem wichtige Entscheidung“, betonen OB Fiedler und Finanzbürgermeisterin Haberstroh. Sie seien beide gespannt auf das endgültige Votum des Gemeinderates und hoffen auf eine gute Entscheidung für Metzingen. „Wir machen das Ganze ja nicht zum Selbstzweck, sondern weil es unsere ureigenste Aufgabe ist, stets nach der besten Lösung für Metzingen und seine Bürgerinnen und Bürger zu suchen.“ Deshalb habe man zusammen mit dem Gemeinderat für die Entscheidung über die Zukunft der Bäder drei Ziele gesetzt:
 
Erstens soll eine möglichst große Schnittmenge aller Interessen erzielt werden. Zweitens geht es darum, einen Zugewinn an Qualität des Sport- und Freizeitangebotes zu erreichen. Und drittens hat die Entscheidung des Gemeinderats das Ziel, die Metzinger Bäder fit für die Zukunft zu machen, nicht nur für die nächsten fünf bis zehn Jahre, sondern mindestens für 40 bis 50 Jahre – für die übliche technische „Lebensdauer“ eines Bades.
 
Bürgerdialog soll fortgeführt werden
 
Wenn der Gemeinderat das „WO“ entschieden hat, soll auch das „WIE“ – also die Ausgestaltung der bevorzugten Standortvariante – in einem neuen Prozess diskutiert werden. Hierbei sollen die Bürgerinnen und Bürger sowie die verschiedenen Gruppen erneut beteiligt werden. „Das war bisher so bereichernd und beeindruckend – wir können gar nicht anders als diesen Bürgerdialog fortzuführen.“ Da sind sich der OB und die Finanzbürgermeisterin einig.

Zeitlicher Ablauf „Bürgerdialog Zukunft Bäder“
  • 12. Oktober 2017 Beschluss in öffentlicher Sitzung des                Gemeinderates zur Durchführung und zu Umfang/Inhalt der Bürgerbeteiligung
  • 25.Oktober 2017 öffentliche Auftaktveranstaltung und Freischalten der Online-Plattform www.metzingerbaeder.de
  • 25. Oktober bis 15. Januar 2018 Online-Beteiligung
  • 11. November 2017 Marktstand auf dem Wochenmarkt
  • Nov/Dez 2017 Veranstaltungen des Jugendgemeinderates an den Schulen
  • 2. Februar 2018 1. Sitzung der Konsensuskonferenz
  • 17. März 2018 2. Sitzung der Konsensuskonferenz
  • 19. April 2018 Abgabe der Bürgerempfehlung im Rahmen einer Gemeinderatssitzung
  • 17. Mai 2018 Beschluss im Gemeinderat, wie mit Bürgerempfehlung umgegangen wird: Entscheidung über Standortvariante „WO“
  • ab Juni 2018 Umsetzungs- und Planungsphase – „WIE“



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